Neurobiologische und neurochemische Mechanismen der Placeboanalgesie

Hintergrund

Die Wirksamkeit von Schmerztherapien kann durch behandlungsbezogene Erwartungen wesentlich moduliert werden. Dies wird besonders unter Betrachtung des starken Placeboeffekts bei Schmerzen deutlich (die sog. Placeboanalgesie).

Fragestellung

Was ist bisher über die neurobiologischen Grundlagen der Placeboanalgesie und die beteiligten neurochemischen Transmittersysteme bekannt?

Material und Methoden

Fokussierte Auswahl wesentlicher Schlüsselpublikationen und strukturierte Darlegung mechanistischer Konzepte und aktueller Theorien basierend auf neuester Evidenz.

Ergebnisse

In experimentellen Studien konnte die Wirkung der Placeboanalgesie insbesondere durch bildgebende Verfahren über eine Aktivitätsänderung in Hirnarealen der Schmerzverarbeitung und der kognitiven Kontrolle beschrieben werden. Beteiligte Neurotransmitter sind körpereigene Opioide und das Dopaminsystem.

Schlussfolgerungen

Die Placeboanalgesie ist mit komplexen neurobiologischen und -physiologischen Mechanismen verbunden. Das Verständnis dieser Prozesse sollte gezielt genutzt werden, um therapeutische Ansätze in der Schmerzmedizin zu optimieren.

Hirnregionen und zentrale Netzwerke, die die erwartungsassoziierte Analgesie durch verstärkte oder verringerte Aktivität vermitteln

S1/2 primäre und sekundäre somatosensorische Areale, Thal Thalamus, dpINS dorsale posteriore Insula, aINS anteriore Insula, rACC rostraler anteriorer cingulärer Cortex, dACC dorsaler anteriorer cingulärer Cortex, dlPFC dorsolateraler präfrontaler Cortex, VTA ventrales tegmentales Areal, PAG periaquäduktales Grau, NAc Nucleus accumbens, vmPFC

Literaturangaben

Primärquelle: Asan et al. (2022) Neurobiologische und neurochemische Mechanismen der Placeboanalgesie

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