Muskelaktivierung des Gluteus medius während spiralförmig-diagonaler Hüftbewegungen im Stand gegen elastischen Widerstand!

Kräftigungsübungen

Rehabilitationsexperten verwenden Kräftigungsübungen für den Gluteus medius bei Patienten mit einer Vielzahl von Muskel-Skelett-Erkrankungen, darunter:

  1. patellofemorale Beschwerden (Bolgla,Malone et al. 2008; Khayambashi et al, 2012; Malone, Umberger, und Uhl, 2008; Khayambashi et al, 2012; Prins und van der Wurff, 2009; Souza und Powers, 2009);
  2. iliotibiales Band-Syndrom (Fairclough et al, 2006, 2007; Fredericson et al, 2000; Noehren, Davis, und Hamill, 2007);
  3. Hüft-TEP (Jensen, Aagaard und Overgaard, 2011; Nilsdotter und Isaksson, 2010; Raasch, Dalen, und Berg, 2010);
  4. Knie-TEP (Piva et al, 2011);
  5. vordere Kreuzbandverletzungen als Folge eines medialen Kollapses des Kniegelenks (Hewett et al, 2005; Hollman et al, 2009); und
  6. chronische Sprunggelenksinstabilitäten (Friel, McLean, Myers, and Caceres, 2006; Nadler et al, 2000; Nicholas, Strizak, und Veras, 1976).

Ein Training im Stand gegen einen elastischen Widerstand, z.B. Tubes  bzw. Therabänder, ist in dieser Hinsicht eine gängige Methode, die einfach umsetzbar ist.

Youdas et al. (2015) beschäftigten sich in einer interessanten EMG-Studie an 26 gesunden Probanden mit der Frage, welche spiralförmig-diagonalen Bewegungen (s. Abb.) die höchste Muskelaktivierung des Gluteus medius auf der Stand- und Spielbeinseite bedingen.  Das „silberfarbene Theraband“ wurde dabei jeweils mit einer Kraft von 5% des Körpergewichts in der Ausgangsstellung vorgedehnt.

Diagonale Flexion 1 [D1F]

Das elastische Tube wird mit einem Knöchelanker an der dominanten Extremität befestigt. Startposition [links]. Mit den Händen in den Hüften und auf dem rechten Standbein balancierend, positioniert die Testperson das bewegliche Bein hinter dem Standbein, wobei die Zehen leicht den Boden berühren. Die linke Hüfte befindet sich in einer Position der Fermur-auf-Becken-Extension, Abduktion und Innenrotation. Endposition [rechts]. Die Versuchsperson flektiert, adduziert und außenrotiert über die Körpermittellinie gegen den Widerstand des Tubes in einer spiralförmig-diagonalen Bahn.

Diagonale Extension 1 [D1E]

Das elastische Tube wird mit einem Knöchelanker an der dominanten Extremität befestigt. Startposition [links]. Mit den Händen in den Hüften und auf dem rechten Standbein balancierend, positioniert die Testperson das bewegliche Bein vor dem Standbein, wobei sich die Hüfte in der Endstellung von Femur-auf-Becken-Flexion, Adduktion und Außenrotation befindet. Endposition [Rechts]. Die Versuchsperson extendiert, abduziert und innenrotiert die Hüfte der beweglichen Extremität, die die Mittellinie des Körpers überquert, in einer spiralförmigen, diagonalen Bewegung gegen den Widerstand des Tubes bis die Zehen der bewegten Extremität den Boden berühren.

Diagonale Flexion 2 [D2F]

Das elastische Tube wird mit einem Knöchelanker an der dominanten Extremität befestigt. Startposition [links]. Mit den Händen in den Hüften und auf dem rechten Standbein balancierend, positioniert die Testperson das bewegliche Bein hinter dem Standbein, wobei die Zehen leicht den Boden berühren. Die linke Hüfte befindet sich in einer Position der Fermur-auf-Becken-Extension, Adduktion und Außenrotation. Endposition [rechts]. Die Versuchsperson flektiert, abduziert und innenrotiert über die Körpermittellinie gegen den Widerstand des Tubes in einer spiralförmig-diagonalen Bahn. 

Diagonale Extension 2 [D2E]

Das elastische Tube wird mit einem Knöchelanker an der dominanten Extremität befestigt. Startposition [links]. Mit den Händen in den Hüften und auf dem rechten Standbein balancierend, positioniert die Testperson das bewegliche Bein vor dem Standbein, wobei sich die Hüfte in der Endstellung von Femur-auf-Becken-Flexion, Abduktion und Innenrotation befindet. Endposition [Rechts]. Die Versuchsperson flektiert, adduziert und außenrotiert die Hüfte der beweglichen Extremität, die die Mittellinie des Körpers überquert, in einer spiralförmigen, diagonalen Bewegung gegen den Widerstand des Tubes bis die Ferse der bewegten Extremität den Boden berührt.

Ergebnisse

Die diagonale Flexion [D2F] führte zu einer signifikant höheren Rekrutierung des Musculus gluteus medius (50% SD 29,3 der maximalen Willkürkontraktion, MVIC) als alle anderen drei Muster, D1E (39% SD 37% MVIC), D2E (35% SD 29% MVIC), D1F] (22% SD 21% MVIC).

Die Aktivierungshöhe auf der Standbeinseite war insgesamt mit der auf der Spielbeinseite vergleichbar (keine signifikanten Unterschiede).

Aus einer klinischen Perspektive ist also ein vergleichbares und simultanes Training des Gluteus med. auf der Stand- und Spielbeinseite möglich.

 Wenn das Ziel eine möglichst hohe Aktivierung ist, dann eignet sich die diagonale Flexion (D2F) als Variante mit dem höchsten Rekrutierungspotenzial.

Literaturangaben

Primärquelle: Youdas et al. (2015) Magnitudes of gluteus medius muscle activation during standing hip joint movements in spiral-diagonal patterns using elastic tubing resistance.

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