Die biomechanisch optimale Dehnung des M. piriformis

Hintergrund

Über die  biomechanisch optimale Position für eine Piriformis (PiM)-Dehnung ist wenig bekannt. Gulledge et al. untersuchten daher an 7 gesunden Probanden mittels Computertomographie (CT) und nachfolgender dreidimensionaler, biomechanischer Modellierung die Effekte von 2 Standardtechniken sowie deren Optimierungsmöglichkeiten im Hinblick auf eine Elongation des M. piriformis (PiM).

2 Standard-Dehntechniken des M. piriformis

Laterale (A und D), frontale (B und E) und proximale Ansichten (C und F) der untersuchten Standarddehntechniken des M. piriformis. Auf der linken Seite (A-C) wird der Femur auf 90° gebeugt, adduziert und dann außenrotiert (ADD-Stretch). Auf der rechten Seite (D-F) wird der Femur auf 90° gebeugt, außenrrotiert und dann adduziert (ExR-Stretch).

Ergebnisse

ExR– und ADD-Stretches verlängerten den PiM in vergleichbarer Weise um etwa 12 %. Die individuelle Anteversion des Femurkopfes (effektiver bei geringerer Anteversion) und des Trochanter majors (effektiver bei stärkerer Anteversion) beeinflussten dabei  die Effektivität der PiM-Dehnung.

Eine Positionierung des Hüftgelenks in

  • 115° Hüftflexion, 40° Außenrotation und 25° Adduktion oder
  • 120° Hüftflexion, 50° Außenrotation und 30° Adduktion

erhöhte die PiM-Dehnung im Vergleich zu den Standarddehnungen  (15,1 bzw. 15,3 % Zunahme der PiM-Muskellänge) um 30-40 % , so das Ergebnis des biomechanischen Modelles.

Literaturangaben

Primärquelle: Gulledge et al. (2014) Comparison of two stretching methods and optimization of stretching protocol for the piriformis muscle.

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